Michael Morgner - Spuren - Plastiken, Bilder, Grafiken
05.09. - 14.11.2010
Eröffnung am 05.09. um 11:00 Uhr
Michael Morgner ringt in seinen Werken um den ernsthaften Ausdruck existentieller Lebenssituationen, tief aus eigenem Erleben schöpfend. So sind Kreuz und Kreuzigung weniger religiöser Kontrapunkt zur politischen Repression, sondern vielmehr eindringlicher Ausdruck für individuelles Leid. Mit der ungewöhnlichen Technik der Lavage (Waschung) und der Decollage schafft er spannungsgeladene plastische Gefüge, die den Betrachter direkt berühren. Seine symbolgeladenen Figuren behaupten sich vor einem Untergrund, der in einem Prozess zwischen Aufbau und Zerstörung entsteht. Versöhnliches liegt in der Figur des Schreitenden, der als mehrdeutiges Symbol für Aufbruch und Willenskraft zum Aufstehen gelten kann.
Mit der Ausstellung im Rosenheim-Museum werden erstmals Morgners Steinkeramiken, die Themen wie Abschied und Tod verarbeiten, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die gezeigten Skulpturen, Gemälde, Lavagen und Grafiken stammen aus Frankfurter Privatsammlungen.
Biografie
Der 1942 in Chemnitz geborene Michael Morgner studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 1966 ist er freischaffend tätig, zuerst in Dittersdorf, dann in Chemnitz. Er ist Mitbegründer der Künstlergruppe Clara Mosch, die bis zu ihrer Auflösung 1982 ein überregionales Forum für Ausstellungen und Aktionen oppositioneller Künstler in der DDR war. Schicksalsschläge wie der Tod seiner ersten Frau 1986 finden Widerhall in seiner Kunst.
Er lebt und arbeitet in Einsiedel.



